Fischereiverein Laatzen e.V.
 
 
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Der "Lange Teich" wird entschlammt.
Was lange währt, wird endlich gut.

Der Lange Teich, ein Gewässer im Naherholungsgebiet Laatzener Leinemasch entstanden um 1900 durch Tonabbbau der ehemaligen Laatzener Ziegelei, drohte, wie einige oder wie bereits die meisten anderen Gewässer dieser Leinemasch zu verlanden. Das gleiche Schicksal begann ihm bereits 1980 zu ereilen, hätte nicht schon damals der Fischereiverein Laatzen eine Entschlammungsmaßnahme zum Erhalt dieses Gewässers gestartet.

In den 90iger Jahren erkannte der Naturschutz, dass es sich beim Langen Teich um ein einzigartiges Biotop handelt, welches es durch seine Artenvielfalt und Artenbesonderheiten als besonders schützend- und erhaltenswert handelt und stellte das Gewässer unter den Schutz des § 28 des Naturschutzgesetzes um diesem Biotop eine möglichst intensive Ruhe zu gewährleisten. Eingriffe jeglicher Art, so auch erforderliche Pflegemaßnahmen waren somit ausgeschlossen.

Durch verschiedene Umweltfaktoren und fehlende Pflegemaßnahmen veränderten sich die Bedingungen in den letzten Jahren und beeinträchtigten das Gewässer sehr nachhaltig und negativ. Im Jahr 2006 kippte das Biotop erstmals um und tausende Fische, Teichmuscheln und Wasserflöhe verendeten. Pflanzen und Amphibien wurden vernichtet. 2008, ein gleiches Schicksal drohte, scheiterte zwar der Versuch des Vereins dem Gewässer die gesamte schädliche Biomasse, nämlich die Unmengen an Wasserpflanzen, zu entnehmen. So wurde ein großer Teil, mehr als 40 Tonnen Pflanzenmaterial mit einem Boot mit Wasserrechen, eine Eigenkonstruktion des Fischereivereins Laatzen, in über 300 Arbeitsstunden geborgen und ein erneutes Umkippen des Biotops konnte dadurch verhindert werden, die Verbesserung der Wasserverhältnisse blieb aber leider aus. Ein überaus beliebtes Gewässer in der Laatzener Leinemasch (inzwischen auch bereits das Letzte), Anziehungspunkt für viele Wanderer und Naturliebhaber drohte endgültig zu verlanden.

Nur eine intensive Entschlammungsaktion konnte das Gewässer retten. Ein einmaliges Sanierungskonzept wurde im Vereinsvorstand erarbeitet. Und so ist es endgültig gelungen nach jahrelangen Verhandlungen in Zusammenarbeit mit der Europäischen Union, der Niedersächsischen Landesregierung, hier das Umweltministerium sowie der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN),der Stadt Laatzen und dem Fischereiverein Laatzen ein tragfähiges Konzept zu erarbeiten! Der Schlamm soll abgepumpt werden, die schonendste Maßnahme.

Bereits Ende vergangenen Jahres sollten die Sanierungsarbeiten beginnen, (ein erneutes hochsommerliches Umkippen sollte vermieden werden) doch nicht vorhersehbare Wetterbedingungen (starke Regenfälle weichten den Boden auf und ein Befahren der Flächen war unmöglich geworden sowie frühzeitig einsetzender strenger anhaltender Frost) ließen einen Beginn der Arbeiten nicht zu.

Der Fischereiverein war inzwischen von den oben aufgeführten Behörden und Institutionen, welche die Arbeiten finanzieren, darüber informiert worden, dass die Sanierungsarbeiten aus rechtlichen Gründen bis Ende Juni 2011 beendet sein müssen. So begann der Verein mit den Vorkehrungen für den Artenschutz und hat im Vorfeld der Brut- und Setzzeit durch schonende Vergrämungsmaßnahmen verhindert, dass es während der Entschlammung im Frühjahr 2011 zu unkontrollierten Brutgeschäften der Wasservögel an den betroffenen Gewässerrändern kommt. Weitere Störungen während der Saugmaßnahmen waren und sind nicht zu befürchten, da die Arbeiten nur im Tiefwasserbereich durchgeführt werden und evtl. noch vorhandene Fische durch ihre Fluchtreflexe in andere Gewässerregionen des Teiches verdrängt werden und ausweichen können.

Im Zuge dieser Entschlammungsmaßnahme, wozu der Fischereiverein Laatzen und seine Mitglieder Arbeiten und Eigenleistungen von ca. 7.500,- € einbringt, wird der Verein in der südlich gelegenen Wiese (gegenüber dem Parkplatz "Zum Fugenwinkel") einen Ausgleich der Rückstaufläche schaffen, die im Falle von Hochwassern als Ausgleichsfläche genutzt wird. Auf einer Fläche von ca. 30 mal 40 Metern wird mit einer Tiefe zwischen 1,5 und 0,8 Metern ein ungestörtes Amphibien- und Lurchenbiotop errichtet mit Anpflanzungen von Schilf, Binsen und Gräsern.

Die weitere Pflege des Langen Teichs übernimmt weiterhin der Fischereiverein Laatzen in Eigenarbeit durch seine Mitglieder, da die Entschlammung alleine nicht ausreicht. So müssen auch anschließend Pflegemaßnahmen, wie etwa Uferpflegeschnitte oder Schaffung von Windschneisen zur natürlichen Belüftung des Gewässers durch Windströmung, fortgeführt werden. Der Fischereiverein Laatzen bereitet sich darauf vor und hofft, dass auch die dafür zuständigen Behörden die Voraussetzungen schaffen. Der Vorstand ist hier sehr zuversichtlich, hat sich doch gezeigt, dass weit größere Aktionen (wie z.B. diese Entschlammung) mit Erfolg gekrönt werden können.

Und viele Wanderer und Naturfreunde werden sich sagen, es geht doch, gemeinsam der Natur und Umwelt zu Liebe. Was lange währt, wird endlich gut.


Der Pressewart des FV Laatzen
Dieter Freudenreich


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